Zinsloses Bauen mit der Privatrente

(sl). Noch immer ist das eigene Haus für viele Menschen ein Lebenstraum. Im Vordergrund steht dabei der Wunsch, unabhängig zu sein. Dennoch wohnt der größte Teil der Deutschen zur Miete. Grund: Die Finanzierung des Eigenheims scheint vielen zu schwierig.

Dabei gilt auf lange Sicht gesehen: Mieten ist teurer. Bau-Experten raten, Fördermittel geschickter zu nutzen. Oftmals können bis zu 100.000 Euro zinslos oder stark zinsvergünstigt finanziert werden. Dies liegt vor allem an neuen Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen der privaten und betrieblichen Altersvorsorge.

Die durchschnittliche Bruttokaltmiete pro Quadratmeter hat sich seit 1960 gut verzehnfacht. Dabei sind sie nicht nur absolut, sondern auch relativ betrachtet erheblich angestiegen. Das heißt: Die Haushalte müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens dafür aufwenden. Besonders schmerzlich ist die steigende Belastung im Alter: Dann geht unter Umständen ein Großteil der Rente für die Mietkosten drauf. Eine sichere Bank für die
finanzielle Versorgung im Lebensabend ist dagegen das eigene Haus als Wertanlage. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und in die Rentenreform aufgenommen.

Wesentliche Neuregelungen sind mit Beginn des Jahres 2002 in Kraft getreten. Mit Zulagen und steuerlichen Maßnahmen will die Regierung möglichst viele Bürger zum Aufbau einer ergänzenden privaten Altersvorsorge bewegen. Interessant für Häuslebauer ist die Entnahmeregelung der „Riester-Rente“. Sie ermöglicht es, mindestens 10.000 und höchstens 50.000 Euro leihweise aus der Sparsumme zu entnehmen. Dieser Betrag, quasi ein zinsfreies Darlehen, kann dann in die Finanzierung der eigenen vier Wände einfließen. Die
staatliche Förderung des Vorsorgevertrages wird dadurch nicht geschmälert. Erst bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres muss die Summe wieder einbezahlt sein.

Auch eine andere gesetzliche Neuregelung macht Bauen finanziell noch attraktiver: Seit Februar 2002 ist die Energieeinsparverordnung in Kraft. Wohnhäuser mit einem jährlichen Energieverbrauch von unter 60 Kilowattstunden werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem zinsgünstigen Darlehen von bis zu 30.000 Euro unterstützt. Ab einem Energiebedarf von höchstens 40 Kilowattstunden steigt die Fördersumme gar
auf 50.000 Euro. Zusammen genommen kann die Baufamilie so mit bis zu 100.000 Euro unverzinstem bzw. niedrigverzinstem Geld rechnen. Eine stolze Summe, die oftmals die Hälfte der gesamten Baukosten abdeckt. Zudem befinden sich die Zinsen auf den Kapitalmärkten auf einem historischen Tiefstand. Die Grundstückkosten sinken. Fazit: Lieber Bauen für eine sichere Altersvorsorge statt lebenslänglich Miete zahlen.

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