Studie räumt Vorurteile gegen Fußbodenheizung aus

Fußbodenheizungen sorgen nicht nur im Badezimmer für ein behagliches Wärmegefühl. Foto: cuprotherm®, Wieland-Werke AG, Ulm
Fußbodenheizungen sorgen nicht nur im Badezimmer für ein behagliches Wärmegefühl. Foto: cuprotherm®, Wieland-Werke AG, Ulm

(sl). Fußbodenheizungen sind teuer - dieses Vorurteil ist noch immer zu hören. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Institutes für Modernisierung und Erhaltung von Bauwerken e.V. an der TU Berlin zeigt im Auftrag des Bundesverbandes Flächenheizung e.V., dass diese Einschätzung falsch ist. Der Untersuchung zufolge kostet der Einbau einer Fußbodenheizung unter gleichen Bedingungen genauso viel oder sogar weniger, als die Installation eines Radiatorensystems. Dabei wurden etwa vierzig Angebote von Handwerksbetrieben bundesweit miteinander verglichen. Für Bauherren und Modernisierer interessant: Im Durchschnitt lagen die Kosten für das behagliche Fußbodenstrahlungssystem um rund 250 Euro niedriger als bei Radiatorenheizungen.

Experten raten deshalb auch, genau nachzufragen, Vergleichsangebote einzuholen und diese sorgfältig zu prüfen. Denn die Berliner Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Angebote vor allem dann unterscheiden, wenn ein Handwerker beide Systeme anbietet: Durchschnittlich um etwa 650 Euro zu Ungunsten der Fußbodenheizung.

„Die Heizungsbaufachbetriebe stellen den Verbrauchern offensichtlich einen Mehrwert an Wohn- und Heizkomfort für die Fußbodenheizung in Rechnung, der nicht in tatsächlichen Mehrkosten begründet ist“, kommentiert Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flächenheizung die Ergebnisse. Bei gleichen, beziehungsweise niedrigeren Anschaffungskosten bietet die Flächenheizung darüber hinaus ein Plus an Komfort. Nicht nur in puncto angenehmer Strahlungswärme und sparsamen Energieverbrauchs, sondern auch bei der baulichen Konstruktion: So enthält der Preis für eine Fußbodenheizung bereits eine höherwertige Wärme- und Trittschalldämmung, als die Radiatorenheizung.

Grundsätzlich gilt für das Niedertemperatursystem, dass es - unabhängig von seinen Anschaffungskosten - eine lohnende Investition für die Zukunft darstellt. Denn wenn die fossilen Brennstoffe knapp und teuer werden, erlaubt die Flächenheizung ein problemloses Ausweichen auf alternative Energieträger - auch durch eine spätere Nachrüstung. In Frage kommen neben der Brennwerttechnik vor allem solarthermische Anlagen. Schon heute gibt es Systeme, die den Heizwärmebedarf eines Einfamilienhauses bis zu 35 Prozent über die Sonneneinstrahlung decken.

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