Rasenaussaat gegen den Rhythmus der Natur

(sl). Rasen wird im Frühjahr gesät - eine weit verbreitete Erkenntnis, die jedoch widerlegt werden kann, denn gegen den Rhythmus der Natur Rasen zu säen, ist ein Geheimtipp: Für die Aussaat eines neuen Rasens ist die Zeit des Herbstes besonders günstig. Bis Ende Oktober keimen die Samen gerade in milden Regionen rascher als im Frühjahr, da der Boden noch warm ist. Doch nicht jede Rasenmischung ist für den privaten Garten geeignet. Bei der Auswahl ist auf Unterschiede bei der Strapazierfähigkeit und den Anspruch an Bodenqualität und Standort zu achten:

Zierrasen ist feinblättrig und nur wenig belastbar. Diese Sorte sollte nur gesät werden, wenn die Grünfläche nicht weiter beansprucht wird. Für herumtobende Kinder oder ein abendliches Federballspiel ist der Gebrauchsrasen oder der noch robustere Spiel- und Sportrasen kein Problem. Am härtesten im Nehmen ist der fast unverwüstliche Parkplatzrasen, er eignet sich besonders für Garagenzufahrten.

Aufmerksam sollte die Zusammenstellung der Rasenmischungen gelesen werden, denn die Samen stammen immer von verschiedenen Gräsersorten. Generell gilt: Je höher der Anteil von Rotschwingel, Straußgras und Wiesenrispe ist, desto dichter wird die Grasfläche. Eine solche Mischung ist meist teurer, dafür reichen aber schon 15 bis 20 Gramm Saatgut pro Quadratmeter. Eine günstigere Rasensorte mit hohem Anteil an kurzlebigen Weidelgras muss mit ca. 70 Gramm pro Quadratmeter ausgestreut werden, was somit fast der vierfachen Menge an Saatgut entspricht. Ein weiteres Kriterium ist die Lage: Am liebsten hat Rasen den „Platz an der Sonne“. Ist das Grundstück jedoch überwiegend schattig, kann eine Saat, die mit weniger Licht auskommt, gekauft werden. In jedem Fall ist die Bodenqualität für ein gesundes Grün entscheidend.

Bevor mit der Aussaat begonnen wird, sollte der Boden ein bis zwei Spaten tief umgegraben werden. Dabei werden Steine und Unkraut aussortiert und die Fläche anschließend geharkt und gewalzt. Mit kleinen Tricks kann zusätzlich die Bodenqualität verbessert werden: Sand- und Lehmböden lassen sich durch Rindenhumus oder Komposterde anreichern Bei sehr dichtem Boden ist es sinnvoll, stehende Nässe und damit das Mooswachstum zu vermeiden, in dem Dränagerohre, mit Rollkies gefüllte Dränagestäbe oder eine Kiesschicht in den Boden eingebracht werden.

Nach Abschluss der Vorbereitungen wird mit der Aussaat begonnen. Mit lockerem Wurf aus dem Handgelenk können die Samen verstreut werden. Nach der Einsaat muss der Platz bis zur Keimung gut feucht gehalten werden, ohne das dabei der Boden betreten wird. Der Boden darf nicht mit zu hartem Strahl gesprengt werden, da die Samen sonst weggespült werden. Die Installation einer Wassersprenganlage ist deshalb empfehlenswert. Ein an den Gartenschlauch angeschlossener Regner sorgt für großflächige und feine Verteilung des Wassers.

Erst nach acht Wochen sind die Halme kräftig genug, um Belastungen auszuhalten. Nun kann die Grasfläche das erste Mal gemäht werden, zunächst auf sechs Zentimeter, später auf drei bis vier Zentimeter Schnitthöhe. Für lange Freude am Rasen, sollte er zweimal jährlich mit einer Grabgabel oder einem Vertikutierrechen gelüftet werden. Regelmäßige Behandlung mit Langzeitdünger stärkt ihn zusätzlich. Das im Dünger enthaltene Eisen II Sulfat verhindert Mooswachstum bei saurem oder zu nassem Boden.

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