Neue Energiesparverordnung bietet viel Sparpotenzial

(sl). Mit dem Ende des Jahres 2001 läuft auch die Energiesparbezuschussung in ihrer bisherigen Form aus. Für Häuslebauer bedeutet das, dass sie besser isolieren und sparsamer heizen müssen. Die neue Energiesparverordnung will Anreize zur Senkung des Energieverbrauchs geben sowie effiziente und umweitschonende Techniken wie Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik und Solarthermie fördern. Anfang 2002 soll sie in Kraft treten.

Der Energieverbrauch in Neubauten soll gegenüber dem heutigen Stand um etwa 30 Prozent gesenkt werden. Der jährliche Durchschnittsverbrauch an Heizöl oder Gas wird von heute zehn auf sieben Liter beziehungsweise Kubikmeter pro Quadratmeter fallen. Damit wird der Niedrigenergiehausstandard erreicht. Um die energetischen Qualitäten von Immobilien transparent zu machen, wird für Neubauten ein Energiebedarfsausweis vorgeschrieben.
Die Nutzung erneuerbarer Energien wird unterstützt. Beispielsweise werden Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung gefördert. Zukunftsweisend ist auch die Einbeziehung der Effizienz der Heizsysteme in die Berechnung des Energiebedarfs. Daraus lassen sich Informationen über das notwendige Maß an Wärmedämmung ableiten.

Die wirtschaftlichen Belastungen sollen sich durch die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Energieeinsparung durch niedrigere Energiekosten in der Regel in spätestens 25 Jahren amortisieren.

Betroffen von der neuen Verordnung sind aber auch bereits bestehende Gebäude. In ihnen sollen Energiesparmöglichkeiten besser als bisher ausgeschöpft werden. Schätzungen gehen von einem Einsparpotenzial von bis zu 40 Prozent aus. Bei Modernisierungsmaßnahmen werden Nachrüstungen zur Auflage gemacht. Vor allem veralterte, vor dem 1. Oktober 1978 eingebaute Heizkessel sollen innerhalb der nächsten fünf bis acht Jahre erneuert werden. Sie benötigen etwa 20 Prozent mehr Brennstoff als moderne Niedertemperatur- oder Brennwertkessel. Auch für die Putzerneuerung und den Austausch von Fenstern oder Verglasungen gibt die Verordnung Mindeststandards vor. Transparenz für Eigentümer, Mieter und Immobilienkäufer über die energetischen Eigenschaften der Gebäude schafft ein freiwilliger Energieverbrauchskennwert. Er wird aus den Verbrauchsdaten der Heizkostenabrechnungen errechnet. Bundeswirtschaftsministerium und -bauministerium werden Daten zum durchschnittlichen Heizenergieverbrauch von Altbauten veröffentlichen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, deren Eigenkapital von der Bundesrepublik Deutschland und deren Länden aufgebracht wird. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der Gewährung von zinsgünstigen Darlehen zur Förderung des Wohnungsbaus in der Bundesrepublik Deutschland (Investitionsförderung).

Die KfW hält in Bezug auf die Energiesparverordnung drei wichtige Förderprogramme vor: Das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm läuft noch bis zum Jahr 2006 und ist mit insgesamt 10 Milliarden Mark ausgestattet. Förderfähig sind Investitionen in Wohngebäuden, die 1978 oder früher errichtet wurden. Zinsvergünstigte Darlehen werden auf Antrag bis zu 100 Prozent des Investitionsbetrages gewährt.

Das CO2-Minderungsprogramm ist ein Eigenmittelprogramm mit unbegrenzter Laufzeit. Es will Maßnahmen an neuen Wohngebäuden zur Nutzung erneuerbarer Energien und Errichtung von Passivhäusern, Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes der Gebäudeaußenhülle und die Installation von Brennwert- und Heizkesseln fördern. Auch bei diesem Programm werden Bauherren zinsvergünstigte Darlehen bis zu 100 Prozent der Investitionssumme gewährt.

Das 100.00-Dächer-Solarstrom-Programm schließlich hat die Unterstützung der Errichtung und Erweiterung von Photovoltaik-Anlagen zum Ziel. Gefördert wird hier bis maximal 500.000 Euro, das Programm ist zurzeit bis Ende 2003 befristet. Bauwilligen wird empfohlen, sich bereits bei den Verhandlungen mit ihrem Baufinanzierer über eventuell mögliche Förderungen zu informieren.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau hat ein Info-Telefon zum bundesweiten Ortstarif für alle Förderprogramme eingerichtet. Unter 01801 / 33 55 77 gibt es Details und Antworten auf alle Fragen.

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