Natürliche Baustoffe für Gesundheit und Umwelt

(sl). Die Wahl der richtigen Baustoffe hat großen Einfluss darauf, ob man sich in seinem Haus wohlfühlt. Baustoffe sind - auch was Rohstoffe, Herstellung und Entsorgung betrifft - ein sehr bedeutender Umweltfaktor. Nicht für alle Zwecke gibt es Naturstoffe, doch wo immer es möglich ist, sollte man sie auch einsetzen.

Einer der wichtigsten ökologischen Baustoffe ist Holz. Es ist ein idealer Baustoff, vorausgesetzt, das Holz kommt nicht aus den Tropen, sondern aus heimischen Wäldern. Einzig vertretbare Ausnahme: Wenn das Tropenholz nachweislich im sogenannten „selektiven Holzeinschlag“ geschlagen wurde. Holzarten wie Eiche, Esche, Buche, Fichte, Kiefer, Lärche oder Ahorn ersetzen Tropenholz ohne Probleme. Übrigens: Hölzer, die aus Nordamerika importiert werden, müssen laut einer EG-Bestimmung „frei von Schädlingen sein“. Das heißt im Klartext: Sie werden chemisch behandelt, um dieser Richtlinie zu entsprechen. Holz ist vielseitig, hat eine lange Lebensdauer und gute statische Eigenschaften. Es wirkt feuchtigkeitsregulierend, ist wärmespeichernd und -dämmend sowie atmungsaktiv. Auch die Umwelt profitiert aufgrund des geringen Energieeinsatzes bei der Herstellung und Verarbeitung heimischer Hölzer. Das gilt auch für die Entsorgung, sofern das Holz nicht chemisch behandelt wurde.

Nur im Außenbereich braucht Holz Schutz vor Feuchtigkeit und Schädlingen. Holzschutzmittel sind aus gutem Grund in Verruf geraten. „Chemiekeulen“ wie PCP und Lindan wirken nachweislich krebserregend.
Mit folgenden Maßnahmen ist Holz auf natürliche Art zu schützen:

  • Wasseraufnehmende Ecken vermeiden
  • Dachüberstände und Hinterlüftung schützen vor Feuchtigkeit und Fäulnis
  • Stark ausgetrocknetes Holz ist weitgehend resistent gegen Pilzbefall, Holzbock und Holzwürmer
  • Holz aus dem Wintereinschlag bietet durch ein günstiges Saftverhältnis Schutz vor Schäden
  • Unbedenkliche Alternativen wie Bienenwachs, Borax- und Sodalösungen sowie Holzaschenlauge schützen das Holz auf sanfte Art und machen Holzschutzmittel unnötig

Die als Baustoff oftmals eingesetzten Spanplatten enthalten als Bindemittel Schadstoffe wie Formaldehyd oder Isocyanat. Wegen der gesundheitsgefährdenden Ausdünstungen sollten vor allem beim Innenausbau nur schadstofffreie Platten verwendet werden.

Ziegel und Klinker gehören zu den traditionellen und ökologisch empfehlenswerten Baustoffen. Die gebackenen Steine eignen sich für fast alle Bauteile wie Wand, Boden, Decken sowie Dach und haben eine hohe Festigkeit. Des weiteren haben sie gute Atmungs-, Wärmedämm- und Wärmespeicherkapazitäten, wirken feuchtigkeitsregulierend und sind außerdem wiederverwendbar. Es gibt sie als Mauerziegel für verputztes und verblendetes Mauerwerk und als Klinker für Sichtmauerwerk. Poren- und Leichtziegel haben nochmals eine erhöhte Wärmedämmung.

Kalksandstein gilt bei den Ökobaumeistern als idealer Baustoff. Er ist ein reines Naturprodukt, gut wärmespeichernd und schalldämmend. Die Herstellung erfordert weniger Energie als beim Brennen von Ziegeln. Kalksandstein hat leider einen Nachteil: Er hat geringere Wärmedämm-Qualitäten. Deshalb muss er meist mit zusätzlichen Dämmstoffen kombiniert werden. Ausnahme ist der Yalistein, der bessere Dämmeigenschaften besitzt. Leicht- und Porenbetonsteine haben wiederum sehr gute Dämmwerte, sind tragfähig, vielseitig und leicht zu verarbeiten. Die marktüblichen Steine sind weiche, weiße Massen von tuffähnlicher Struktur. Insgesamt sind diese Steine eine aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvolle Alternative zu anderen Baustoffen.

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