Kleines Putzlexikon für den Laien

Gut verputzt ist halb gewonnen. Foto: Knauf Bauprodukte GmbH, Iphofen
Gut verputzt ist halb gewonnen. Foto: Knauf Bauprodukte GmbH, Iphofen

Kennen Sie das Gefühl, auf der Baustelle Ihres Hauses zu stehen und nicht zu wissen, worüber sich Ihre Maurer gerade unterhalten? Wenn Experten unter sich sind, wird mit Fachbegriffen nur so um sich geworfen. Das ist bei Ärzten genauso wie bei Handwerkern. Das kleine Putzlexikon hilft Ihnen, alle Fachbegriffe rund um das Thema Verputzen von Mauerwerken zu verstehen und gibt dazu noch einige Anleitungen.

  • Alte Anstriche:
    Nicht wasserfeste Anstriche, z.B. Kalkanstrich, sorgfältig entfernen. Fest haftende und wasserfeste Anstriche werden angeschliffen bzw. aufgerauht.
  • Alte Putze:
    Wenn vorhandene Putze überputzt werden sollen, bitte sicherstellen, dass der alte Putz fest und tragfähig ist. Das heißt, die Oberfläche darf nicht sanden oder kreiden.
  • Armierungsgewebe:
    Glasfasergitternetz mit hoher Reißfestigkeit zur Reduzierung der Rissneigung. Einzusetzen bei Mauerrissen und Übergängen von z.B. Mauerwerk oder Gipsplatten auf Kaminsteinen (hier können Temperaturschwankungen Risse verursachen) etc.
  • Aufziehen:
    Flächiges Aufbringen der Grund- bzw. Dekorputze mit einer Traufel.
  • Beton:
    Nicht saugender, zementöser Untergrund.
  • Betonkontakt:
    Spezialgrundierung als Haftvermittler bei dichten, nicht saugenden Untergründen wie z.B. Beton.
  • Beto-Finish:
    Spachtelmaterial auf Gipsbasis zur dünnschichtigen Spachtelung nicht saugender, ebener Untergründe, z.B. foliengeschalter Betonflächen.
  • Dekorputz:
    Mineralischer Kalk-Zementputz für individuelle Strukturen je nach Korngröße von fein bis rustikal, zum Auftragen auf Grundputze, Gipsplanen bzw. andere planebene Untergründe. Siehe auch Mineralputz „Diamant“.
  • Dünnputz:
    Putz, der nur in dünnen Schichten (kleiner als 5 mm), zur Erzielung einer ebenen Oberfläche, aufgezogen wird.
  • Eckleisten:
    Schutzleisten für stoßfeste Kanten. Befestigung sollte rechtzeitig (mindestens einen Tag) vor den eigentlichen Putzarbeiten erfolgen.
  • Erbslochwalze:
    Verarbeitungsgerät zum Strukturieren von Dekorputzen.
  • Filzen:
    Aufschlämmen des Grundputzes mit dem Schwammbrett oder der Filzscheibe vor dem Glätten bzw. zur Erzeugung einer Oberflächenstruktur.
  • Gipsfaserplatte:
    Gipsplatte aus einer homogenen Masse aus Gips und Zellulosefasern.
  • Gipsplatte:
    Besteht aus einem Gipskern, der mit einem Spezialkarton ummantelt ist.
  • Gipsputze:
    Mineralische Grundputze für den gesamten Innenbereich, werden als Maschinen- und Handputze verarbeitet.
  • Gitex:
    siehe Armierungsgewebe
  • Glätten:
    Letzter Arbeitsgang beim Aufbringen des Grundputzes zur Herstellung einer glatten Oberfläche mit der Glättkelle.
  • Glättkelle:
    Verarbeitungsgerät, mit dem glatte Oberflächen geschaffen werden.
  • Goldband:
    Einlagiger Gipsputz für Innenwände.
  • Grünband-Sanierputz:
    Zementputz mit geblähtem Naturstein. Gute Wärmedämmeigenschaften. Insbesondere zur Sanierung von durchfeuchtetem und mit bauschädlichen Salzen belastetem Mauerwerk.
  • Grundierung:
    Zur Regulierung des Saugverhaltens von Untergründen und zur Haftverbesserung des Putzes. Unterschiedliche Untergründe und Putzaufträge verlangen nach unterschiedlichen Vorbehandlungen.
  • Grundputz innen:
    Unterputz zur Schaffung von ebenen Flächen, auf die nach dem Grundputzauftrag Wandbelage, wie z.B. Dekorputze etc., aufgebracht werden.
  • Haftemulsion:
    Grundierung für stark saugende Untergründe, z.B. beim Einsatz von Grundputzen auf Porenbeton-Mauerwerk.
  • Haftputz außen:
    Kalk-Zement-Haftputz. Universell einsetzbarer Unterputz vor Beschichtung mit Dekorputzen.
  • Handputze:
    Nach dem Anmischen des Putzes (mit dem Quirl) werden sie von Hand mit der Traufel auf den vorbereiteten Untergrund aufgezogen.
  • Holzwolleleichtbauplatte:
    Dämmplatten, die aus einem Gemisch aus Holzspänen und Zement bestehen.
  • Kalk-Zementputze:
    Universelle Grund- bzw. Dekorputze auf Bindemittelbasis Kalk und Zement für den Innen- und Außenbereich.
  • Kalksandstein:
    Weißer, stark saugender Mauerstein mit hoher Tragfestigkeit. Außen- und Zwischenwände aus Kalksandstein werden geklebt oder gemauert.
  • Kartätsche:
    Verarbeitungsgerät aus Aluminium zur Verteilung von Grundputzen.
  • Kornstärke:
    Je nach Kornstärke des jeweiligen Dekorputzes können unterschiedliche Strukturen erzielt werden: 1,0 mm Kornstärke ergibt eine feine, 2,0 mm eine etwas gröbere und 2,8 mm eine rustikale Struktur.
  • Kunstharzputze:
    Organisch, das heißt dispersionsgebundener Dekorputz.
  • Lunker:
    Kraterförmige Unebenheiten in der Oberfläche, die durch z.B. Lufteinschlüsse entstehen.
  • Mauerrisse:
    In Abhängigkeit von der Ursache können Risse in vielen Fällen ausgebessert werden.
  • Mineralische Putze:
    Putze auf Bindemittebasis Kalk, Zement, Gips und Kombinationen daraus.
  • Mineralputz „Diamant“:
    Mineralischer, naturweißer Dekorputz auf Kalk-Zementbasis. Je nach Körnung als Roll-, Kellen- oder Reibeputz einzusetzen.
  • Offene Zeit:
    Die zum Strukturieren verfügbare Zeitspanne zwischen Auftrag und Abbinden.
  • Porenbeton:
    Weißer, offenporiger und stark saugender Mauerstein mit guten Wärmedämmeigenschaften.
  • Porenbeton-Finish:
    Gipsputz zur dünnschichtigen Verspachtelung von stark saugenden ebenen Untergründen (z.B. Porenbeton, Kalksandstein), ohne vorherige Grundierung.
  • Putz-Abtönpasten:
    Zum Einfärben von Fertigputzen.
  • Putzgrund:
    Gebrauchsfertige Grundierung, insbesondere für den Einsatz bei Gipsplatten, Gipsfaserplatten und anderen Untergründen vor Beschichtung mit mineralischen Dekorputzen.
  • Putzgrund-Mineral:
    Anmachfertiges Pulvermaterial zur Vorbehandlung von mineralischen Grundputzen im Innen- und Außenbereich vor der Beschichtung mit mineralischen Dekorputzen.
  • Reibebrett:
    Verarbeitungsgerät zur Strukturierung von Dekorputzen.
  • Reibeputz:
    Dekorputz, der durch Reiben seine Struktur erhält.
  • Rollputz:
    Der Universellste unter den Dekorputzen, verschiedene Oberflächenstrukturen können mit unterschiedlichen Hilfsmitteln, wie z.B. Kelle, Schwamm etc. erzielt werden.
  • Rotband:
    Einlagiger Gipsputz für Innendecken und -wände. Mit speziellen Zusätzen für eine bessere Haftung.
  • „Royal“-Fertigputz:
    Gebrauchsfertiger, rein mineralischer, kunststofffreier Innenputz mit über 40 % Marmoranteil. Je nach Körnung als Roll- oder Reibeputz einzusetzen.
  • Schnellputzleiste:
    Hilfsmittel zum Erstellen einer ebenen Putzfläche. Befestigung sollte rechtzeitig (mindestens einen Tag) vor den eigentlichen Putzarbeiten erfolgen.
  • Spritzbewurf:
    Nicht vollflächig aufgeworfener Unterputz (von Hand oder maschinell), der die Funktion einer Grundierung zur Haftverbesserung erfüllt.
  • Sinterhaut:
    Liegt als dünne Haut auf der Betonoberfläche und wirkt als Trennschicht. Sie tritt bei hoher Verdichtung bzw. bei hohem Wassergehalt des Frischbetons auf. Die Sinterhaut muss durch z.B. Abbürsten entfernt werden.
  • Tiefengrund:
    Universell einsetzbare lösungsmittelfreie Grundierung für den Wand-, Decken- und Bodenbereich. Zur Regulierung des Saugverhaltens und zur Haftverbesserung.
  • Traufel:
    Verarbeitungsgerät aus Kunststoff oder Edelstahl zum Auftragen und Glätten von Handputzen.
  • Zementputz:
    Mineralischer Putz auf Bindemittelbasis Zement. Insbesondere für den äußeren Sockelbereich.
  • Ziegelmauerwerk:
    Roter Mauerstein, der durch Brennen von Ton gewonnen wird, teilweise mit guten Wärmedämmeigenschaften. Mäßig bis stark saugend.
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