ABC der wichtigsten Lacksysteme

(sl). Wenn Möbel mit Charakter faszinieren und eine harmonische Atmosphäre zaubern, so ist meist der Lack wesentlich daran beteiligt. Lack bringt die holztypische Struktur und warme Ausstrahlung des Holzes erst so richtig zur Geltung, oder hebt sie durch Beizen oder Colorieren noch hervor. Alternative: Ganz anders sieht eine Oberfläche aus, wenn sie eine deckende oder farbige Schicht erhält - von matt bis hochglänzend. Verantwortlich dafür sind die verschiedenen Möbel-Lacksysteme mit speziellen Rezepturen und Auftragsverfahren. Zwischen sechs verschiedenen Lacksystemen wird unterschieden:

  1. NC-Lacke (Cellulosenitrat-Lacke, auch Nitrolacke) sind universell einsetzbare, lösemittelhaltige Lacke auf der Basis von Cellulosenitrat. Es gibt sie in matt bis glänzend. Sie sind für Wohn- und Schlafzimmermöbel geeignet.
    Vorteile: Angenehmes Aussehen, schnelle Trocknung, sehr gute Reparaturfähigkeit.
    Nachteil: Empfindlich gegen Feuchtigkeit, Öle, Alkohol und Säuren.
  2. SH-Lacke (Säurehärtende Lacke) sind chemisch härtende Lacke auf Basis reaktiver Kunstharze. Sie sind transparent und pigmentiert. Wohn-, Schlafzimmer- und Mitnahmemöbel werden damit matt bis seidenglänzend lackiert.
    Vorteile: Sehr gute Haftung, erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen chemische und mechanische Beanspruchungen.
    Nachteile: Eingeschränkte Lichtechtheit, empfindlich gegen Säuren und Laugen.
  3. UP-Lacke (Polyesterlacke) sind chemisch härtbare Lacke auf Basis reaktiver Polyester mit eingebautem Lösemittel. Es handelt sich um transparente und pigmentierte Mehr-Komponenten-Lacke. Auch klassische Piano-Lacke, die für Hochglanzflächen in der Möbelfertigung eingesetzt werden.
    Vorteile: Hohe Oberflächenhärte, nachpolierfähig, gute Chemikalienbeständigkeit.
    Nachteile: Eingeschränkte Lichtechtheit, empfindlich gegen Schlag.
  4. PUR-Lacke (Polyurethan) sind klassische Zwei-Komponenten-Lacke in matt oder hoch glänzend. Werden immer häufiger für Wohn- und Schlafzimmermöbel eingesetzt.
    Vorteile: Bilden eine hervorragende Oberfläche, verfügen über hohe Chemikalien-, Kratz- und Lichtbeständigkeit, gute Farbbeständigkeit.
  5. UV-Lacke sind moderne Lacksysteme auf der Basis von Kunstharzen, die durch ultraviolette Strahlung gehärtet werden. Neben lösemittelhaltigen und lösemittelfreien Produkten, stehen heute auch wasserverdünnbare UV-Lacke für die industrielle Lackierung zur Verfügung. Sie sind transparent sowie pigmentiert und werden unter anderem für Wohn- und Schlafzimmermöbel verwendet.
    Vorteile: hohe Widerstandsfähigkeit gegen Stoß, Schlag und Chemikalien.
  6. Aqua-Lacke (Wasserlacke) sind wasserbasierende, lösemittelarme Lacke auf Basis von Kunstharzen. Man unterscheidet härtbare Systeme wie Zwei-Komponenten-Wasserlacke von den Dispersionslacken (den Ein-Komponenten-Lack). In matt bis glänzend, farblos und farbig.
    Vorteile: Schadstoffarm, geringe Geruchsbelästigung, gute Chemikalien- und Lichtbeständigkeit nach vollständiger Austrocknung.
    Nachteile: Empfindlich unter anderem gegen Wasserdampf, Säuren und Laugen (bei Ein-Komponenten-Lack).

Quelle: Glasurit GmbH, Münster

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